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Geschichte

Pfarrer Haape

Ursprünglich gehörte das Buschhausener Gebiet zur Evangelischen Kirchengemeinde Holten, die unter den Evangelischen Gemeinden in Oberhausen die älteste ist.

Durch die Trockenlegung der hiesigen Teile des Emscherbruches im 19. Jahrhundert und den späteren Zuzug von Arbeitskräften im Zuge der Industrialisierung nahmen Siedlungsfläche und Einwohnerzahl rapide zu.

In der Folge wurde 1897 zunächst ein eigener Seelsorgebezirk für Buschhausen eingerichtet, der von Karl Haape zunächst im Status eines Vikars versorgt wurde. Erst 1905 reichte das Pfarrvermögen aus, um eine Pfarrstelle zu unterhalten und der Vikar wurde zum ersten Pfarrer von Buschhausen. Haape prägte die Aufbaujahre der Gemeinde entscheidend. Als „erfolgreicher Bettelmann“ brachte er - trotz der finanziell bescheidenen Verhältnisse in der Arbeitergemeinde - die nötigen Mittel für die Bauten zusammen. So entstanden nacheinander der Friedhof an der Lanterstraße (1898), das Evangelische Gemeindehaus Buschhausen an der Skagerrakstraße (1902) und vor allem die Lutherkirche Buschhausen (1913).

In der Folge des ersten Weltkrieges und der nachfolgenden Wirren bis hin zur Ruhrbesetzung geriet die Gemeinde - wie auch viele andere in unserer Umgebung - in finanzielle Schwierigkeiten. Schon damals gab es Pläne zu einer Fusion. Aufgrund der damaligen kirchlichen und kommunalen Verhältnisse war Hamborn der Wunschpartner. Doch die Zeiten besserten sich und diese Pläne waren bald vom Tisch.

Dafür sorgte die Neubesetzung der Pfarrstelle nach Haapes Tod 1932 im Schatten des aufkommenden NS-Regimes für neue Auseinandersetzungen. Gewählt wurde Erich Alsdorf, Vertreter der NS-kritischen „Bekennenden Kirche“. Er sah sich sogleich Anfeindungen seitens der regimetreuen „Deutschen Christen“ ausgesetzt. Der Konflikt zwischen den beiden Kirchenparteien prägte die Jahre bis zum Kriegsende.

Ansiedlung von Flüchtlingen und wirtschaftlicher Aufschwung sorgten nach dem Krieg für einen weiteren äußeren Wachstumsschub bei den Gemeindegliederzahlen auf über 8000. Aus diesem Grund wurden Kindergarten, Jugendheim sowie eine zweite Pfarrstelle eingerichtet und bald sogar eine dritte diskutiert. Es blieb bei allerdings bei entsprechenden Diskussionen, da inzwischen der Niedergang bei Bergbau und Schwerindustrie eingesetzt hatte.

Die Bevölkerungszahlen - und mit ihnen die Gemeindegliederzahlen -  begannen zu schrumpfen. Hinzu kamen zunehmend auch Kirchenaustritte.

Seit Mitte der 90-er Jahre war schließlich die zahlenmäßige Grundlage für die vorhandenen zwei Pfarrstellen nicht mehr vorhanden - sowohl was die Gemeindeglieder als auch was die Finanzierung anging. Es mussten Lösungen gefunden werden. Da Pfarrer nicht so einfach aus dem Amt zu entfernen sind, mussten andere Möglichkeiten gesucht werden. So entstand ein Kirchbaufonds, in dem Spenden für den Erhalt der Lutherkirche gesammelt werden und später auch ein Rettungsfonds für die Gemeindearbeit. Beides half, aber reichte zur Haushaltsentlastung nicht aus. 

Da Buschhausen mit seinen Problemen nicht alleine dastand, wurde 2003 unter Federführung von Superintendent Hofmann (Alstaden) und Pfarrer Andreas Odlozinski (Buschhausen) eine kreiskirchliche „Arbeitsgruppe Gemeindekooperationen“ eingerichtet, die Möglichkeiten von Zusammenarbeit und Zusammenschluss unter den Gemeinden auslotete. Ziel war die Erzielung finanzieller Einsparungen bei gleichzeitiger Erschließung von Synergien, um jene abzufedern.

Im Verlauf des Prozesses wurde deutlich, dass die Buschhausener Gemeinde im Zusammengehen mit der Liricher Paulus-Kirchengemeinde und der Alstadener Gemeinde die nötigen Einsparungen und Synergien erzielen konnte. Bereits bestehende Kooperationen - wie etwa beim gemeinsamen Chor der Pauls- und Lutherkirche und die zahlreichen positiven persönlichen Kontakte erleichterten das Zusammenfinden und -gehen, das mit dem Zusammenschluss am 1. Juli 2007 zur Evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde besiegelt wurde.

Die für Buschhausen besonders belastende Pfarrstellensituation konnte in der Folgen durch den Wechsel von Pfarrer Jürgen Drescher auf eine in Alstaden freigewordene Pfarrstelle gelöst werden. Weitere Einsparungen erbrachten der Verzicht auf Wiederbesetzung einer Jugendleiterstelle und der Verwaltungszusammenschluss mit dem Kirchenkreis und weiteren Gemeinden.