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25.06.17 19:01
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Zukunft des Pfarrdienstes in der Ev. Emmaus-Kirchengemeinde

Die durch den Weggang von Pfarrerin Schwark frei werdende Stelle wird sobald wie möglich neu besetzt

Seit 1963, als die Zahl der Evangelischen in Oberhausen ihren Höchststand erreichte, hat sich die Zahl unserer Gemeindeglieder im Kirchenkreis um 1/3 verringert, von rund 90.000 auf knapp 60.000. Auch in unserer Gemeinde verlieren wir pro Jahr etwa 2 % unserer Gemeindeglieder. Die Kirchenaustritte tun uns weh, aber den Hauptgrund dafür sehen Sie, wenn Sie auf der Seite mit unseren Amtshandlungen die Zahl der Taufen mit der Zahl der Beerdigungen vergleichen.

Bei Gründung der Emmaus-Kirchengemeinde brachten die drei Muttergemeinden noch mehr als 13.000 Mitglieder mit, inzwischen sind wir bei rund 11.500, Tendenz weiter sinkend, wie oben gesagt.

Zu den dadurch notwendigen Veränderungen gehört die Verminderung der Zahl der Pfarrstellen. Von ursprünglich 8 Pfar-stellen in Alstaden, Lirich und Buschhausen wurden schon vor Jahren jeweils eine in Alstaden und in Lirich aufgehoben, im Zuge der Fusion dann eine weitere in Buschhausen, so dass wir in der neuen Emmaus-Kirchengemeinde mit einem weiteren Abbau von 6 auf 5 Pfarrstellen begonnen haben.

Nach dem Pfarrstellenentwicklungsplan, den der Kirchenkreis Oberhausen nach den Vorgaben der Landeskirche erstellt hat, ergeben sich für unsere Gemeinde im Jahr 2021 noch 4,82 Pfarrstellen, 2025 dann 3,95 bei rund 10.200 Gemeindegliedern und 2030 schließlich 2,84 bei rund 9.500 Gemeindegliedern.

Es steht uns also 2021 und gegen 2030 ein weiterer Abbau von Pfarrstellen bevor, zunächst auf 4 dann auf 3 Pfarrstellen. Da ich 2021/22 das Ruhestandsalter erreichen werde, Andreas Odlozinski 2029 (so Gott will, werden wir leben; Jakobus 4,15), hat die Gemeinde Gelegenheit, jeweils freiwerdende Pfarrstellen aufzuheben.

Allerdings haben wir jetzt schon ein Haushaltsdefizit in der Planung für 2017 von rund 180.000 Euro. Und während in den zurückliegenden Jahren durch unerwartete Kirchensteuermehreinnahmen befürchtete Haushaltsdefizite noch ausgeglichen werden konnten, können wir das nach Angaben der Landeskirche in Zukunft nicht mehr erwarten. Wir werden diese Defizite durch Rücklagen ausgleichen müssen, die ihre Grenzen haben.

Durch den Weggang von Pfarrerin Karin Schwark bestand die Möglichkeit, jetzt schon eine Pfarrstelle einzusparen.

Dennoch hat das Presbyterium in seiner Sitzung am 9. Mai beschlossen, bei der Landeskirche die Freigabe der 1. Pfarrstelle zur Wiederbesetzung zu beantragen und erst bei meinem Eintritt in den Ruhestand die Zahl der Pfarrstellen auf 4 zu reduzieren.

Zum einen soll damit für den schon begonnenen Prozess der Reorganisation des Pfarrdienstes mit 4 Stellen der ursprünglich vorgesehene Zeitrahmen zur Verfügung bleiben.

Zum anderen wird es auch bei Wiederbesetzung zu einer unvermeidlichen, monatelangen Vakanzzeit kommen, die wir jetzt mit immerhin 4 Pfarrern zu bewältigen haben und bei nur vier Stellen jetzt nach meinem Weggang 2021/22 dann aber von nur 3 Kollegen überbrückt werden müsste.

Und zum dritten wird durch Nachwuchsmangel der Kreis wählbarer Nachfolger/-innen in den nächsten Jahren spürbar kleiner werden, so dass wir hoffen, jetzt eher geeignete Bewerber für die Pfarrstelle finden.

So oder so wird sich die Gemeinde darauf einstellen müssen, dass im Pfarrdienst erheblich weniger Arbeitskraft zur Verfügung steht. Das wird Veränderungen bei der Gottesdienstordnung, bei der Zahl der Hausbesuche, bei der Begleitung von Gemeindegruppen und an vielen nicht so stark ins Auge springenden Stellen des Dienstes notwendig machen.

Freude wird das weder den Gemeindegliedern noch uns Pfarrern machen. Wir hoffen, dass wir Pfarrer auch bei solch schwierigem Rückbau unseres Dienstes von Ihnen getragen werden.

Jürgen Drescher