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28.03.20 18:09
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Glockenläuten aus Anlass der „Coronakrise“

Zusätzliches Läuten täglich um 19 Uhr und sonntags um 10:45 Uhr

Liebe Gemeindeglieder,

vielerorts läuten in diesen Tagen aus Anlass der Situation, in der wir zurzeit alle leben müssen, zu bestimmten Tageszeiten die Kirchenglocken.

Als Verantwortliche unserer Kirchengemeinde haben wir dazu folgendes beschlossen:

Als Ruf zum Gebet erfolgt bis auf weiteres in allen Kirchen unserer Gemeinde grundsätzlich Glockengeläut mit der hierfür vorgesehen Glocke täglich um 19 Uhr.

An Sonn- und Feiertagen wird um 10:45 Uhr die hierfür vorgesehene Glocke als Ruf zum Vaterunser geläutet.

„Na und, um 19 Uhr läutet ihr doch immer, so wird manch eine*r nun sagen“. Gewiss, das stimmt, aber nicht wirklich immer, und auch nicht überall:

Unsere Glocken läuten üblicherweise zu den verschiedenen Tageszeiten und selbstverständlich vor dem Gottesdienst 1; außerdem immer dann, wenn die Gemeinde im Gottesdienst das Vaterunser betet. Die sog. „Vaterunserglocke“ lädt bei dieser Gelegenheit ein, das Vaterunser mitzubeten, zu Hause, auf der Straße oder wo auch immer sie gerade gehört wird. Daher auch der Beschluss, an Sonn- und Feiertagen um 10:45 Uhr die hierfür vorgesehene Glocke zu läuten: 10:45 Uhr ist in etwa die Uhrzeit, zu der sie während des Gottesdienstes läuten würde.

Aber ganz gleich, ob nun wie immer oder zusätzlich, das Läuten zu den Tageszeiten hat seinen Grund nicht darin, uns zu erinnern, wie spät es gerade ist, sondern ruft uns zum Gebet.

Das ist nie anders gewesen, aber womöglich im Laufe der Zeit etwas aus dem Blick, besser gesagt, aus dem Ohr geraten, und gewinnt in diesen Tagen der Krise neue Bedeutung, so wie bei manchen von uns vielleicht auch das Beten überhaupt.

Manch einer mag ja zurzeit sowieso sagen oder denken, dass jetzt „nur noch beten“ hilft, aber das ist Quatsch. Zum Glück haben wir vieles andere, dass uns in diesen Tagen hilft:

Zuallererst eine ausgezeichnete medizinische Versorgung – sie gehört zu den besten der Welt.

Dafür unverzichtbar sind die Menschen, die für diese medizinische Versorgung arbeiten und dabei nicht nur an ihre Grenzen gehen, sondern nicht selten darüber hinaus.

Wir haben in Politik und Gesellschaft Menschen, die Entscheidungen treffen, die ihren Kopf nicht in den Sand stecken, sondern uns ansehen und Orientierung geben, obwohl die Situation auch für sie eine neue und unbekannte ist und Herausforderungen mit sich bringt, die sie bislang nicht kannten.

Wir erleben Hilfsbereitschaft und Solidarität, Menschen, die einander anrufen, die fragen: „Brauchst Du etwas?“, die für andere ein-kaufen, die sich kümmern, die einander zu-hören, sich trösten und stärken. Wie gut, dass das so ist; wie gut, dass es das gute alte Telefon gibt …

Das alles und manches mehr hilft in diesen Tagen. Und beten hilft auch, nicht allein und ganz sicher nicht „nur noch“, aber es hilft, das alles zu begleiten, was Menschen tun.

Und darum möchten wir als Kirchengemeinde daran erinnern, dass das tägliche Läuten der Glocken uns zum Gebet ruft, morgens, mittags und abends …

Zum Gebet für alle, deren Leben zurzeit verändert, belastet oder gar gefährdet ist.

Zum Gebet für die Menschen, die in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen arbeiten; sie verbringen in diesen Tagen Höchstleistungen – ihnen gilt unser Dank, ihnen sollte auch unser Gebet, unsere Für-bitte gelten.

Zum Gebet für alle, die Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen treffen müssen, mit denen sie sich mitunter auf dünnem Eis und schmalem Grat bewegen, weil auch sie nicht immer sicher sein können, was gerade richtig und angesagt ist.

Zum Gebet für diejenigen, die einander stärken und trösten, die Hilfe anbieten und Zuwendung schenken, die nach Wegen suchen, wie das trotz aller Einschränkungen möglich ist.

Zum Gebet auch für die, für die keine Hilfe mehr möglich ist – und für die, die ihnen nicht mehr helfen können

Zum Gebet für uns selbst, die wir unsicher und voller Sorge sind.

Auch für uns als Verantwortliche der Kirchengemeinde ist es eine Situation, die wir bislang nicht kannten: Wir haben noch nie erlebt, dass unsere Kirchen und Gemeindehäuser geschlossen sind, dass alle Gruppen und Veranstaltungen ausfallen müssen, dass wir sogar keine Gottesdienste mehr feiern dürfen. Nicht einmal das Öffnen der Kirchen für ein stilles Gebet ist möglich.

Manch einer mag das nicht verstehen, aber ich denke, es ist gut und richtig darauf zu vertrauen, dass die Verantwortlichen in Stadt, Land und Bund die richtigen Entscheidungen treffen. Und uns daran zu halten!

In der Kirchengemeinde sind wir in engem Kontakt und überlegen, wie wir die Menschen begleiten und stärken können.

Auch für uns selbst bitten wir um Gebet und Fürbitte.

Mir persönlich sind nicht nur in diesen Tagen zwei Psalmverse Stärkung und Trost:

Psalm 66, Vers 20:
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Und Psalm 68,20:
Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.

Möge Gott uns segnen und Frieden schenken

Ihr Pfarrer Frank Meißburger,
Vorsitzender des Presbyteriums

 

1Auszug aus den Läuteordnungen der Kirchen der Ev. Emmaus-Kirchengemeinde:

Pauluskirche:

Montag bis Freitag um 7, 12 und 19 Uhr
Samstag um 7, 12 und 18 Uhr (um 18 Uhr mit allen Glocken, Einläuten des Sonntags)
Sonntag um 12 und 19 Uhr
Zurzeit zusätzlich am Samstag um 19 Uhr und Sonnag um 10:45 Uhr

Lutherkirche Buschhausen:

Täglich um 12 und um 18 Uhr
(am Samstag um 18 Uhr mit allen Glocken zum Einläuten des Sonntags)
Zurzeit zusätzlich jeden Abend um 19 Uhr und Sonnag um 10:45 Uhr

Ev. Kirche Alstaden:

Täglich um 7, 12 und 19 Uhr
Zurzeit zusätzlich Sonnag um 10:45 Uhr

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